Jasskarten

Beim Schweizer Jass kommen zwei Kartensysteme zum Einsatz. Beide haben vier Farben mit je neun Karten, zusammen also 36 Karten. Funktional sind die Systeme gleichwertig: Gespielt wird nach denselben Regeln, nur die Bilder auf den Karten unterscheiden sich.

Der Deutschschweizer Satz hat Eichel, Rosen, Schellen und Schilten, der französische Schaufel, Kreuz, Herz und Ecke (französisch Pique, Trèfle, Cœur und Carreau). Die beiden Sätze entsprechen sich eins zu eins: Eichel und Schaufel, Rosen und Kreuz, Schellen und Herz, Schilten und Ecke meinen dieselbe Farbe.

Alle 36 Karten

Farbe für Farbe, von der höchsten zur tiefsten Karte, beide Systeme im direkten Vergleich.

Deutschschweizer Karten

Eichel, Rosen, Schellen, Schilten

Eichel
Ass
König
Ober
Under
Banner
9
8
7
6
Rosen
Ass
König
Ober
Under
Banner
9
8
7
6
Schellen
Ass
König
Ober
Under
Banner
9
8
7
6
Schilten
Ass
König
Ober
Under
Banner
9
8
7
6

Französische Karten

Schaufel, Kreuz, Herz, Ecke – in der Westschweiz gebräuchlich

Schaufel
Ass
König
Dame
Bube
10
9
8
7
6
Kreuz
Ass
König
Dame
Bube
10
9
8
7
6
Herz
Ass
König
Dame
Bube
10
9
8
7
6
Ecke
Ass
König
Dame
Bube
10
9
8
7
6

Das abgebildete Kartenbild stammt von schweizerjass.ch, einer modernen Neuillustration des klassischen Schweizer Blatts. Der Schweizer Grafiker Jens Riedweg hat es als Vektorgrafik gestaltet, gedruckt werden die Karten in der Schweiz. Der Schweizer Jassverband (JVS) unterstützt dieses Kartenbild.

Welches System wo?

Welches Set auf den Tisch kommt, hängt von der Region ab. Grob folgt die Grenze dem Röstigraben, doch sie ist jünger und weniger scharf, als viele meinen. Mehr dazu im Artikel Jass-Regionen. Viele Jasserinnen und Jasser beherrschen ohnehin beide Sätze.

Wie sich das Schweizer Kartenbild entwickelt hat

Das heutige Deutschschweizer Kartenbild ist jünger, als viele vermuten. Die Figuren mit ihren Gesichtern und Gewändern gehen auf Jakob Peyer zurück, der in den 1870er-Jahren beim Kartenhersteller A. Bühlmann eintrat und mit grosser Wahrscheinlichkeit der Schöpfer des heute bekannten Kartenbilds ist. Die französischen Karten gelangten um 1860 in die Schweiz und verankerten sich um und nach 1900 als Jasskarten. Auch die verbreitete Vorstellung, der Röstigraben trenne die beiden Kartenwelten seit jeher, trifft nicht zu: Als Grenze der Kartenbilder entstand er erst um 1900.

Mehr zur Herkunft der Spielkarten steht unter Woher kommen Spielkarten?, mehr zur Herstellung unter Schweizer Kartenmacher.

Häufige Fragen zu Jasskarten

Vier je System: Deutschschweizer (Eichel, Rosen, Schellen, Schilten) und Französisch (Kreuz, Herz, Ecke, Schaufel).

Ja, funktional. Nur die Bilder unterscheiden sich.

Herz.

Ecke.

Kreuz.

Schaufel.

Hast du weitere Fragen? Nutze unseren JassWiki Chat.