Definition: «Arschlöchle» (auch Arschloch oder Arschloch-Jass) ist ein beliebtes Ablege- und Aufsteigespiel, das mit Jasskarten gespielt wird. Anders als die meisten Jassarten kennt es keinen Trumpf, keinen Weis und keine Stöck; es geht einzig darum, als Erster alle Karten loszuwerden. Besonders bei Kindern und Jugendlichen zählt es zu den beliebtesten Kartenspielen.
Karten und Rangordnung:
- Gespielt wird mit 36 oder 52 Karten in vier Farben
- Die Farben spielen keine Rolle, es zählt allein der Rang der Karte
- Höchste Karte ist immer das Ass, danach folgen die Bildkarten (König, Ober beziehungsweise Dame, Under beziehungsweise Bube) und darunter die Zahlenkarten abwärts
- Tiefste Karte ist die Sechs (bei 36 Karten) beziehungsweise die Zwei (bei 52 Karten)
Spielerzahl und Austeilen:
- Spielbar zu dritt bis zu sechst
- Es werden alle Karten ausgeteilt
- Geht die Kartenzahl nicht gleichmässig auf, erhält das Arschloch die übrig bleibenden Karten und hat damit eine Karte mehr
Spielbeginn (erste Runde):
- In der ersten Runde gibt es noch keine Ränge
- Jeder zieht eine Karte; wer die tiefste zieht, muss geben und spielt als Letzter aus, was ein Nachteil ist
- Die erste Runde wird neutral gespielt, ohne Kartentausch
Spielablauf:
- Ausgespielt wird eine einzelne Karte oder ein Mehrling (mehrere ranggleiche Karten, also ein Paar, ein Drilling und so weiter)
- Reihum wird höher überboten: eine einzelne Karte nur durch eine höhere einzelne Karte, ein Mehrling nur durch einen gleich grossen, aber höheren Mehrling. Drei Zehner werden also nur durch drei höhere gleiche Karten überboten, nicht durch eine einzelne Karte und nicht durch eine andere Anzahl
- Es wird nicht gepasst: Wer an der Reihe ist und überbieten kann, muss legen; wer nicht überbieten kann, setzt aus. Kann niemand mehr überbieten, ist der Durchgang beendet, und wer zuletzt gelegt hat, beginnt den nächsten
- Wer alle Karten abgelegt hat, scheidet aus und nimmt seinen Rang ein. Gespielt wird, bis nur noch das Arschloch Karten in der Hand hält
Die Ränge:
- König: wer zuerst alle Karten abgelegt hat
- Vize-König: der Zweite
- Bürger: alle Spieler in der Mitte (zu dritt und zu fünft die mittlere Person, zu sechst die beiden mittleren)
- Vize-Arschloch: der Vorletzte
- Arschloch: wer als Letzter noch Karten hält Als Ausgleich darf das Arschloch in der nächsten Runde zuerst ausspielen.
Kartentausch:
- Ab der zweiten Runde tauschen die äusseren Ränge vor dem Spiel Karten
- Das Arschloch gibt dem König seine zwei höchsten Karten und muss diese tatsächlich abgeben
- Der König gibt dem Arschloch zwei Karten zurück; er muss nicht die zwei tiefsten wählen, sondern jene, die ihm am wenigsten passen
- Vize-Arschloch und Vize-König tauschen auf dieselbe Weise je eine Karte
- Die Bürger in der Mitte tauschen nicht
Schnorren beim Tausch:
- Anders als bei den meisten Jassarten darf beim Arschlöchle beim Tausch geschnorrt werden
- Ein guter König will seinem Arschloch zum Aufstieg verhelfen und fragt deshalb in der Regel, welche Karten es gerade brauchen kann
Joker (Spezialform):
- Oft wird mit einem Joker gespielt, der alles absticht, auch vier Asse
- Mit 52 Karten übernimmt der Joker diese Rolle
- Mit 36 Jasskarten wird eine Karte zum Joker bestimmt, zum Beispiel die Rosen-Sechs; sie sticht dann ebenfalls alles ab