Definition: Chratze ist ein traditionelles Stich-Kartenspiel aus der Deutschschweiz und gehört zur Familie der Jass-Varianten. Gespielt wird um einen Pot: Vor jeder Runde legt jeder denselben Betrag ein, zum Beispiel 20 Rappen.
Spieleranzahl:
- Theoretisch für 2 bis 7 Spieler
- Optimal sind 4 bis 5 Spieler
Kartenverteilung:
- Jeder Spieler erhält nur 4 Karten (nicht 9 wie beim klassischen Jass)
- Eine Karte wird aufgedeckt und bestimmt die Trumpffarbe
Der Pot:
- Vor Spielbeginn zahlt jeder Spieler einen Einsatz in den Pot
- Der Pot geht an den Gewinner der Runde
Ansage-Phase:
- Jeder Spieler muss sich für eine von drei Optionen entscheiden:
- «Chratze» (auch «Chratzer» genannt): Man sagt 2 Stiche an
- «Metcho» oder «Dabei»: Man sagt 1 Stich an
- «Weg» oder «Fort»: Man bleibt draussen und lässt seinen Einsatz liegen
Spielregeln:
- Farbe muss bedient werden (Farbzwang)
- Hat man keine Karte der ausgespielten Farbe, muss Trumpf gespielt werden
- Der Chratzer eröffnet das Spiel
Wertung:
- Wer seine angesagte Stichzahl erreicht, bleibt im Spiel
- Wer sein Ziel verfehlt, scheidet aus und verliert seinen Einsatz
- Der letzte verbleibende Spieler gewinnt den Pot
Besonderheiten:
- Das Spiel ist schnell und eignet sich für gesellige Runden
- Wer chratzt und seine zwei Stiche verfehlt, zahlt das Doppelte des Pots
- In vielen Wirtshäusern wurde Chratze um kleine Geldbeträge gespielt