Hose abe, Schnauz und Schwimmen sind drei Namen für dasselbe Spiel. Gespielt wird mit Jasskarten, und doch geht es ganz anders zu als beim Jassen: Jeder hält drei Karten und sucht die höchste Summe in einer Farbe. Trumpf, Stiche und Weis gehören zum Jassen, hier zählt allein die Summe in einer Farbe.
Wer 31 Punkte in einer Farbe zusammenbringt, zeigt sie, und das Spiel ist aus. Diese 31 heisst «Hose abe», in anderen Gegenden «Schnauz» oder schlicht «31». Wer alle Einsätze verloren hat, «schwimmt», daher der dritte Name.
Dieser Artikel beschreibt die in der Schweiz verbreitete Spielweise mit dem 36er-Blatt. Wo die Regeln auseinandergehen, steht hier die Empfehlung des Jassverbands Schweiz. Ausserhalb der Schweiz wird dasselbe Spiel meist mit 32 Karten gespielt, dort fehlen die Sechser. Was eine Runde vor Spielbeginn anders abmacht, gilt für sie als Tischregel.
Die Grundform
- 2 bis 11 Spieler, ein volles Blatt mit 36 Karten. Jeder spielt für sich
- Jeder erhält drei Karten, dazu kommen drei Karten in die Mitte
- 11 Spieler halten 33 Karten, dazu die drei in der Mitte, damit ist das Blatt aufgebraucht
- Es beginnt, wer rechts vom Kartengeber sitzt, und danach geht es herum wie beim Jassen, im Gegenuhrzeigersinn
- Wer an der Reihe ist, tauscht eine Karte gegen eine aus der Mitte, tauscht alle drei auf einmal, oder klopft
- Gezählt wird nur, was in einer Farbe liegt. Drei gleiche Karten sind der einzige Fall, in dem die Farben gleichgültig sind
- Ein Einsatz ist eine Münze, ein Chip oder ein Bierdeckel. Jeder legt drei davon vor sich hin. Nach jedem Spiel gibt einen Einsatz ab, wer die tiefste Summe hält
- Wer alle drei Einsätze abgegeben hat, schwimmt: Er spielt weiter und scheidet beim nächsten Verlust aus
- Das nächste Spiel gibt der Nächste im Kreis, wie beim Jassen. So empfiehlt es der Jassverband Schweiz
Was die Karten zählen
Hier gelten eigene Kartenwerte, die Spalte daneben zeigt zum Vergleich die Grundwerte des Jassens:
| Karte | Beim Hose abe | Beim Jassen, ohne Trumpf |
|---|---|---|
| Ass | 11 | 11 |
| König | 10 | 4 |
| Ober | 10 | 3 |
| Under | 10 | 2 |
| Banner | 10 | 10 |
| Neun, Acht, Sieben, Sechs | 9, 8, 7 und 6 | null |
König, Ober und Under zählen hier zehn statt vier, drei und zwei, und die tiefen Karten zählen ihre eigene Zahl statt null.
Drei Beispiele
Die Reihenfolge ist damit klar: Die 31 steht zuoberst, drei Gleiche mit 30½ knapp darunter, und alles andere richtet sich nach seiner Summe. Wer Karten in zwei Farben hält, zählt die höhere der beiden Summen. Liegen alle drei Karten in verschiedenen Farben, zählt die höchste einzelne Karte.
Weil König, Ober, Under und Banner hier alle zehn zählen, gibt es in jeder Farbe sechs Möglichkeiten, auf 31 zu kommen: das Ass dazu, und zwei beliebige aus diesen vieren. Wer mit den Grundwerten des Jassens rechnet, kommt in einer Farbe höchstens auf 25: Ass 11, Banner 10, König 4.
Wie ein Spiel läuft
Der Kartengeber gibt jedem drei Karten und legt drei verdeckt in die Mitte. Bevor die Mitte aufgedeckt wird, sieht er seine drei an und entscheidet:
- Er behält sie. Dann werden die drei Karten in der Mitte aufgedeckt, und das Spiel beginnt
- Er legt sie offen in die Mitte und nimmt dafür die drei verdeckten, ungesehen, wie sie kommen
Dann geht es der Reihe nach. Wer an der Reihe ist, hat diese Züge:
| Zug | Was geschieht |
|---|---|
| Eine Karte tauschen | Eine Handkarte wandert offen in die Mitte, eine Karte aus der Mitte in die Hand |
| Alle drei tauschen | Die ganze Hand geht offen in die Mitte, die drei Karten aus der Mitte kommen in die Hand |
| Klopfen | Der Spieler behält, was er hat |
Nach dem Klopfen ist jeder noch einmal an der Reihe, bis der wieder an der Reihe wäre, der geklopft hat. Dann werden die Karten aufgedeckt und die Summen verglichen.
Das Klopfen dieses Spiels ist ein eigener Zug und hat mit dem Klopfen am Jasstisch nichts zu tun, das dort als Zeichen an den Partner untersagt ist.
Manche Runden machen einen vierten Zug ab, das Schieben: Wer nichts brauchen kann, lässt seine Karten, wie sie sind, und der Nächste ist dran. Schieben alle nacheinander, kommen die drei Karten aus der Mitte weg, drei neue vom Stapel werden aufgedeckt, und es geht bei dem weiter, der zu schieben begonnen hat. Ist der Stapel aufgebraucht, wird nach der Schieberunde aufgedeckt, so hält es der Jassverband Schweiz.
Zwei Fälle beenden das Spiel sofort, ohne die letzte Runde:
- Die 31. Wer sie hält, zeigt sie sofort, auch gleich nach dem Geben, und das Spiel ist aus. Wer sie zu spät zeigt, gibt allein einen Einsatz ab. Sonst gibt einen Einsatz ab, wer die tiefste Summe hält
- «Füür im Dach», also drei Asse. Sie beenden das Spiel auf der Stelle, und alle anderen am Tisch geben einen Einsatz ab. Die Runde macht diese Fassung vor Spielbeginn ab. Ohne sie sind drei Asse drei gleiche Karten und zählen 30½
Einsätze, schwimmen, ausscheiden
Jeder legt drei Einsätze vor sich hin. Nach jedem Spiel gibt einen Einsatz ab, wer die tiefste Summe hält. Das gilt auch dann, wenn ein anderer mit einer 31 vorzeitig aufgelegt hat. Halten mehrere dieselbe tiefste Summe, zahlen alle.
Wer alle drei Einsätze abgegeben hat, schwimmt. Er bleibt im Spiel, hat aber nichts mehr vor sich liegen: Beim nächsten verlorenen Spiel scheidet er aus.
Gewonnen hat, wer als Letzter im Spiel ist, und er nimmt die Einsätze.
Warum es hier steht
Hose abe ist kein Jass, wird aber mit dem Jassblatt gespielt, zu zweit bis zu elft. Darum steht es hier.