Die Stöck sind König und Ober der Trumpffarbe in einer Hand. Sie zählen 20 Punkte und sind der Weis mit eigenen Regeln: Gewiesen werden sie mit der zweiten der beiden Karten, und sie zählen für ihre Partei auch dann, wenn die Gegner den höheren Weis halten oder ihr keinen Stich lassen. Dieser Artikel beschreibt die vom Jassverband Schweiz empfohlene Spielweise. Was eine Runde vor Spielbeginn anders abmacht, gilt für sie als Tischregel.
Was die Stöck sind
König und Ober werden zu den Stöck erst dadurch, dass ihre Farbe Trumpf ist. Wechselt der Trumpf mit dem nächsten Spiel, sind es wieder zwei gewöhnliche Karten. In Obenabe und Undenufe gibt es darum keine Stöck.
Am Tisch heisst es die Stöck, in der Einzahl wie in der Mehrzahl.
Wann und wie die Stöck gewiesen werden
Ein gewöhnlicher Weis wird gewiesen, wenn der Spieler seine erste Karte des Spiels ausspielt, gleich welche. Die Stöck werden erst mit der zweiten ihrer beiden Karten gewiesen. Wer den König ausspielt und den Ober noch hält, sagt noch nichts. Erst wenn die zweite Karte fällt, sagt er «Stöck», gleich in welchem Stich das geschieht.
| Wann | Was gilt |
|---|---|
| Die erste der beiden Karten fällt | Noch nichts sagen. Gewiesen wird mit der zweiten |
| Die zweite der beiden Karten fällt | «Stöck», und die 20 kommen sofort auf die Tafel |
| Der nächste Spieler hat die zweite Karte gedeckt | Zu spät, die Stöck sind verfallen |
| Der Partner merkt, dass die Meldung fehlt | Er schweigt. Weisen kann nur, wer die Stöck hält. Sagt es der Partner für ihn, sind die Stöck verfallen |
| Die zweite Karte fällt als letzte des Stichs | Die Meldung gilt, bis der Stich gekehrt ist, wie beim gewöhnlichen Weis. So liest es der Verband, weil es beim gewöhnlichen Weis so gilt |
Ist die zweite Karte gedeckt oder das Spiel vorbei, sind die Stöck verfallen, im Spiel wie danach. So steht es im Offiziellen Schweizer Jassreglement.
Zwei Ausnahmen erlauben das Weisen früher:
- Die Stöck stecken in einem anderen Weis. Wer eine Folge im Trumpf hält, in der König und Ober stecken, etwa ein Dreiblatt vom Trumpf-Ass, darf mit seiner ersten Karte beides weisen, die Folge und die Stöck. Die Stöck schreibt er in jedem Fall, die Folge, wenn seine Partei den höchsten Weis am Tisch hält
- Die Stöck reichen zum Ausmachen. Fehlen einer Partei 20 Punkte oder weniger zum Ziel, darf sie die Stöck jederzeit vorweisen, auch bevor eine der beiden Karten gespielt ist, spätestens aber mit der zweiten. Für den Bergpreis gilt ebenfalls Stöck vor Weis vor Stich (siehe unten), darum dürfen die Stöck auch dort vorgewiesen werden
Die Stöck zählen neben jedem anderen Weis extra, König und Ober dürfen darum in beiden stehen. Für Folge und vier Gleiche regelt das der Kreuzweis.
Die Stöck zählen immer
Bei allen anderen Weisen schreibt nur die Partei mit dem höchsten einzelnen Weis. Die Stöck stehen ausserhalb dieses Vergleichs:
| Lage | Gewöhnlicher Weis | Stöck |
|---|---|---|
| Die Gegner halten den höheren Weis | verfällt | zählen |
| Die eigene Partei macht keinen Stich, die Gegner den Matsch | zählt heute, verfiel nach den alten Regeln | zählen, damals wie heute |
| Trumpf zählt doppelt | mit dem Faktor | mit dem Faktor, also 40 |
Nach den alten Jassregeln, die bis Ende des 20. Jahrhunderts galten, durfte eine Partei ihren Weis nur schreiben, wenn sie mindestens einen Stich machte. Die Stöck durften immer geschrieben werden, der Weis erst, wenn der Stich da war. Darum kennen manche Tische bis heute die Reihenfolge «Stöck, Stich, Wys»: Der Stich stand fest, der Weis noch nicht.
Beim Schieber mit Faktoren gilt der Faktor der Trumpffarbe für Kartenpunkte, Weis und Stöck gleichermassen: Bei einer Trumpffarbe, die doppelt zählt, schreiben die Stöck 40.
Stöck, Wys, Stich
Der Spruch nennt die Ausmachregel: Erreichen beide Parteien im ersten Stich des letzten Spiels das Ziel, entscheidet die Reihenfolge Stöck vor Weis vor Stich, gleich, wer sich zuerst bedankt hat.
| Stand vor dem letzten Spiel, Ziel 1000 | Partei A | Partei B |
|---|---|---|
| Vor dem Spiel | 981 | 971 |
| Der erste Stich, 30 Punkte, geht an B | 981 | 1001 |
| A weist die Stöck | 1001 | 1001 |
| Wer gewinnt | A, denn Stöck stehen vor dem Stich |
Reichen die Stöck allein ans Ziel, gewinnt ihre Partei. Reichen sie erst zusammen mit einem Weis, gilt für diesen Weis der gewöhnliche Vergleich: Ein Vierblatt der Gegner schlägt Stöck und Dreiblatt zusammen.
Diese Reihenfolge gilt allein im ersten Stich. Sobald zum zweiten Stich ausgespielt ist, gewinnt, wer sich zuerst mit genügend Punkten bedankt, und wer seine Stöck erst nach dem Bedanken der Gegner weist, kommt zu spät. Darum lohnt es sich, die Stöck vorzuweisen, sobald sie zum Ziel reichen. Andere Reihenfolgen, etwa Stöck, Stich, Wys, macht eine Runde vor der Partie ab.
Stöck in einzelnen Jassarten
- Schieber: wie oben, mit dem Faktor der Trumpffarbe
- Bieter: Verzichtet der König, der Einzelspieler, auf ein Spiel, schreiben die beiden Gegner, die Bauernpartei, zu den 257 Punkten ihre Stöck dazu. Der König schreibt seine Stöck nur, wenn er mitspielt
- Hindersi: Dort zählen allein die Kartenpunkte. Weis und Stöck bleiben aus dem Spiel