Verwerfen ist die erste und wichtigste Taktik, die alle Jassenden lernen: Wenn man die ausgespielte Farbe nicht mehr hat, spielt man eine Karte jener Farbe, in der man am schwächsten ist. Bietet sich später die Gelegenheit, auch die zweitschwächste Farbe zu verwerfen, weiss der Partner mit Bestimmtheit, welche die starke Farbe ist.
Da in der Regel alle am Tisch diese Konvention befolgen, zeichnet sich im Verlauf der Runde ein konkretes Bild ab, welche Spieler in welcher Farbe stark sind.
Häufiger Fehler beim Verwerfen
Wenn man im Spielverlauf erkennt, welches die starke Farbe des Partners ist, dann nicht alle Karten dieser Farbe verwerfen, sondern eine behalten. Denn man braucht sie voraussichtlich, um den Partner ins Spiel zu bringen.
Verwerfen in der Defensive
Sagt der Gegner Trumpf an, ist das vorrangige Ziel stets, den Matsch zu verhindern. Am wichtigsten ist, genau zu beobachten, in welcher Reihenfolge der Partner die Farben verwirft. Denn in der Defensive muss tunlichst vermieden werden, dass beide Partner dieselbe Farbe halten.
Beispiel: Spieler A hat das Rosen-Ass sowie den König und weitere Karten in Schilten. Sein Partner B verwirft zuerst Schilten, dann Eichel. Spätestens jetzt ist klar, dass B in Rosen am stärksten ist. A muss sich nun auf Schilten fokussieren und gegen Ende des Spiels voraussichtlich sein Rosen-Ass zugunsten des Schilten-Königs opfern.
Verwerfen beim Slalom und Quer
Das Verwerfen bei den Spielmodi Slalom und Quer ist anspruchsvoller und wird in eigenen Artikeln behandelt: Verwerfen beim Slalom und Verwerfen bei Quer.
Querverwerfen
Eine Fraktion von Spielern praktiziert das Querverwerfen, wenn sie am Drücker sind. Dabei wird nicht die schwächste Farbe zuerst verworfen, sondern die «quere» zur starken Farbe. Mehr dazu im Artikel Querverwerfen.