Beim Bieten sagen die Spieler der Reihe nach, wie viele Punkte sie zu holen versprechen. Wer am meisten bietet, übernimmt das Spiel. So läuft es in allen Bietspielen. Die Zahlen dazu legt jede Jassart selbst fest.
Der Ablauf
- Die Karten werden gegeben. Geboten wird danach, jeder Spieler kennt also sein Blatt
- Vorhand eröffnet: Sie nennt ein Gebot oder sagt «fort». Sagen alle Spieler «fort», wird neu gegeben
- Der Reihe nach in Spielrichtung überbietet jeder das laufende Gebot oder sagt «fort» und bleibt für dieses Bieten draussen. Der Bieter macht eine Ausnahme: Dort gilt ein «fort» erst endgültig, wenn vorher jemand geboten hat
- Das Bieten geht so lange im Kreis herum, bis nach einem Gebot die drei anderen Spieler «fort» gesagt haben. Beim Sidi-Barrani und beim Bolschewik beendet auch ein Doppeln das Bieten, beim Pandur die Ansage «Pandur mit»
- Der Meistbietende übernimmt das Spiel: Er ist der Spielübernehmer, beim Bieter heisst er König. Er bestimmt die Spielart, sofern die Jassart ihm die Wahl lässt
Jedes Gebot liegt über dem vorherigen. Beim Sidi-Barrani, beim Bolschewik und beim Pandur spielt der Meistbietende auch die erste Karte aus, beim Bieter im ersten Spiel der König.
Was jede Jassart selbst festlegt
| Bietspiel | Tiefstes Gebot | Kleinste Steigerung |
|---|---|---|
| Bieter zu dritt | 600, in der Innerschweiz 500 | 10, in der Innerschweiz 5 |
| Bieter zu viert | 350 | 10 |
| Bieter zu fünft | 600 | 10 |
| Bolschewik | 90 | 5 |
| Palette | 110 | 1 |
| Pandur | 100 | 10 |
| Sidi-Barrani | 50 | 5 (beides Empfehlung des Jassverbands Schweiz) |
Was ein Gebot nennt
Beim Sidi-Barrani und beim Bolschewik nennt ein Gebot beides: die Punktzahl und die Farbe, die Trumpf werden soll. Beim Bieter, beim Pandur und beim Palette nennt es allein die Punktzahl, und der Meistbietende wählt die Spielart danach.
Neben den vier Farben lassen mehrere Bietspiele Spielarten ohne Trumpf zu, etwa Obenabe oder Undenufe. Das höchste Gebot ist vielerorts der Matsch: Beim Palette lässt sich ein «Matsch mit Partner» allein mit einem «Matsch alleine» überbieten, beim Sidi-Barrani ist der Matsch das höchste Gebot, angesagt mit 157, alle Punkte eines Spiels.
Wer mit wem spielt
Beim Sidi-Barrani und beim Bolschewik stehen die Teams vor dem Bieten fest. Beim Bieter zu dritt und zu viert tritt der Meistbietende als König gegen die übrigen Spieler an, beim Pandur spielt er allein gegen die beiden anderen. Beim Bieter zu fünft nennt er eine Karte, beim Palette darf er eine verlangen, und wer sie hält, wird sein Partner.
Was das Gebot bindet
Beim Sidi-Barrani, beim Bolschewik und beim Pandur gilt das Gebot für ein Spiel: Erreicht der Spielübernehmer die Zahl, werden die Punkte seiner Seite gutgeschrieben, verfehlt er sie, der Gegenseite, beim Pandur dazu dem aussetzenden Kartengeber. Beim Sidi-Barrani zählen dafür allein die Kartenpunkte, beim Pandur Kartenpunkte und Weis zusammen. Beim Bieter gilt das Gebot für die ganze Partie: Der König sammelt seine Punkte über mehrere Spiele und gewinnt, sobald er sein Gebot vor den 1000 der Bauernpartei erreicht. Wie viel jeweils auf die Tafel kommt, regelt jede Jassart für sich, und mehrere Bietspiele erhöhen diesen Wert durch Doppeln und Kontern.
Wer Höhe oder Farbe noch ändern will, tut das während des Bietens mit einem neuen, höheren Gebot. Sobald die übrigen «fort» gesagt haben, steht das Spiel fest.